Haltestelle mit Leuchtbildern
Die Haltestelle mit Leuchtbildern ist ein Entwurf für die Anlage der Forensischen Psychiatrie der Landesklinik Eberswalde, die mit sechs Neubauten und drei historischen Gebäuden der Unterbringung und Versorgung von 124 psychischkranken und suchtkranken Straftätern dient.
Der Entwurf "Zukunft? Wann fängt die an?" schlägt den Bau einer Bushaltestelle innerhalb des Geländes im geschlossenen Maßregelvollzug vor. Die Wartehalle mit integrierter doppelseitiger Leuchtvitrine, Sitzbank und Ascherbox bietet auch an Regentagen den entsprechenden Schutz für die Raucherpause. Die Leuchtbilder zeigen Detailaufnahmen von Tätowierungen in starker Vergrößerung.
Die Tätowierung ist eine Zeichensprache die der Betonung der eigenen Identität dient. Mit der Wünsche, Hoffnungen und Statments ganz offensiv in die eigene Haut gestochen werden. Seit den 90iger Jahren gehört das Tattoo zum Alltagsbild. Mit den Modetrends ist die Tätowierung als Körperschmuck Element der Jugendkultur geworden. Vorher wurde sie hauptsächlich mit dem Leben in Haftanstalten oder mit der Seefahrt verbunden. Lebensbereiche, in denen das Gefühl der Sehnsucht durch Getrenntsein, das Fern- oder Heimweh in der Tätowierung eine angemessene Form fanden.
Ute Richter
